BARREADO

Zu Fasern weichgekochtes und mit Kräutern herzhaft gewürztes Rindfleisch. Zur Begleitung werden Bananen, Reis, Maniokmehl und Maniokbrei serviert Typisches Rergionalgericht vonder Küste Paranás. Während ihrem kurzen Zwischenaufenthalt in der Hafenstadt Antonina ihrer Durchreise nach Itajaí Santa Catarina im Jahr 1720, vererbten die Azoren- portugiesischen Siedler der Regionalküche Paranás eine kulinarische Spezialität, die ihrer Einzigartigkeit wegen in ganz Brasilien begehrt ist: den Barreado (sinngemäß übersetzt, sovielbe-deutend wie "Gelehmtes"). Seinen ethymologischen Ursprung hat der Name Barreado in der azorianischen Kochtradition. Dabei handelt es sich um die "Verlehmung" des Tontopf-Dek-kels mit Mehlkleister, bevor der Topf in die Schlunde beruhigterVulkane an Seilen herabgelassen- und das Fleisch von den heissen Vulkandämpfen zu Fasern weichgekocht wird. Mangels Vulkanen an unserer tropischen Küste, wird hier ein Loch in den Sand gegraben und der "verlehmte"Tontopf auf die darin einge-richtete Feuerstelle aus Glut gesetzt.

Verantwortlich für die soziökonomischen Umwälzungen ab 1721 in der Ortschaft Curitiba, waren die Tropeiros (abgeleitet von Tropa = Truppe. Aus mehreren Maultieren bestehende Handelszüge, die für die Erschliessung der Küstenregion Brasiliens verantwortlich sind) . Aus São Paulo und Minas Gerais kommend, erreichten sie Curitiba über den Viamão-Pfad. Sie handelten mit Vieh, Werzeugen und Lebensmitteln, die sie auf Eselsrücken transportierten und pachteten hierLandgüter für die Überwinterung ihrer Herden. Die einheimischen "Fazendeiros" (Gutsherren)die ihre Güter verpachtet hatten, sahen sich daher vorübergehend zur Aussiedlung in die kleine Ortschaft gezwungen,wo sie Läden und Büros für den Viehhandel und -Transport eröffneten.

Als historische Hommage an diese Gründerzeit, wird die Küche der Tropeiros von uns mit zwei markanten Gerichten bedacht:

QUIRERA DA LAPA

Brei aus gemahlenen Maiskörnern mit geräucherten Rippchen.

PAÇOCA DE CHARQUE

Originelles aus der brasilianischen Trapper-Küche.

Pökelfleisch in Butter und Zwiebeln gedünstet, mit Maismehl gestampft und mit Orangen garnie Nennenswerter Fortschritt setzte nach der brasilianischen Unabhängigkeit von 1822 ein. Brasilien benötigte Siedler. Zuerst trafen die Deutschen ein (1833), gefolgt von den Polen (1971), den Ukrainern (1872), den Italienern (1895), den Syrern und Libanesen (1910) und schließlich von den Niederländern (1911) und den Japanern (1915). Mit der alten Heimat in der Erinnerung und inspiriert von den Landschaften der Neuen Welt, haben sie mit ihren Bräuchen Paraná ein lebendiges ethnisches Kollorit vererbt, das sich auch im Kulinarischen ausdrückt.

LOMBO COM ABACAXI

Schweinelende gebacken mit Ananas-Scheiben und karamelliertem Zucker. Im Norden Paranás, dessen tropisches Klima den Ananas-Anbau begünstigt, wurde dieses Gericht von deutschen Siedlern entwickelt. 

FRANGO COM PINHÃO

Gratiniertes Brathuhn in frischer Rahmsauße mit Käse, 
Mais-körnern, Erbsen und Pinienfrüchten. Bei seiner Ankunft in Paraná, bemerkte Leendert Verschoor - der erste holländische Einwanderer - daß Land und Klima für die Viehzucht geeignet waren. Verschoor war der große Förderer der Milchwirtschaften von Carambeí, Castrolândia und Withmarsum auf den Campos Gerais; das Hochplateau nordwestlich von Curitiba.

ARROZ DE CORDEIRO

Lammfleisch im Reiseintopf nach mediterranem Vorbild -gewürzt mit Safran, Oliven, Lorber und Oregano. Das schon von nomadischen Wüstenvölkern bevorzugte, zarte und geschmacks-intensive Lammfleisch wird aus den Gebirgen von São Luiz do Purunã - Hochburg der Lammzüchtung in Paraná - angeliefert. 

CHARQUE NA MORANGA

Pökelfleisch mit brasil. Weichkäse in Kürbisschale gebacken.

Ein von nordostbrasilianischen Plantagenarbeitern in den nörd-lichen Landesgegenden Paranás entwickeltes Gericht. Mit Catupiry - brasilianischer Weichkäse - veredelt, hat dieses typische Gericht in der Folgezeit auch den Gaumen der Kaffeebarone und ihrer Herren-Häuser erfreut. Es verkörpert die respektvolle Haltung im Zusammen- leben unterschiedlicher Kulturen und sozialer Schichten.

DESSERTS TYPISCH

Kompott natürliche Früchte sind die Tonika der landwirtschaftlichen Betriebe und Standorte von Parana. Gespeichert in Gläsern auf den Regalen oder in Dosen zwanzig Liter an dunklen Orten, Passionsfrucht , wilde Orangenschale , Feigen, grüne Papaya, Kokosnuss Süßigkeiten, Äpfel und Birnen zum Wein machen die Freude der Kinder, wenn am Sonntag angeboten. Auch cornmeal Kuchen und Puddings aipins mit Mandarinen-Saft.

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